Die Carus Stiftung fördert auch in diesem Jahr wieder einige der Fortbildungen für Mitglieder der beiden psychosomatischen Fachgesellschaften, die den Kongress ausrichten. Die Anmeldung zu den Master Classes erfolgt zu einem reduzierten Beitrag über die Seite zur Anmeldung zu den Fortbildungen: https://2019.deutscher-psychosomatik-kongress.de/anmeldung/

Mittwoch, 20.03.2019 – 12:30-15:30 Uhr

Stabilität, Plastizität und Vulnerabilität des Gehirns und des Verhaltens: Neurobiologische Erkenntnisse zum Einfluss der frühkindlichen Umwelt

Frühkindliche traumatische Erfahrungen können zu langfristigen, häufig sogar transgenerational weiter “vererbten“ Störungen der Gehirnfunktionen und des Verhaltens führen. Neben einer genetischen Prädisposition werden epigenetische Veränderungen, welche das Genexpressionspotenzial bestimmter Gene in Interaktion mit Umweltfaktoren beeinflussen, als ursächliche Mechanismen der Entstehung dieser Störungen diskutiert. Darüber hinaus gibt es vermehrt Hinweise, dass frühe Stresserfahrungen unter bestimmten Umständen auch förderlich für die Gehirnentwicklung sein können und somit zur Verbesserung der Stressbewältigung in späteren Lebensabschnitten führen‚ (Resilienz).

Vorsitz: A.K. Braun (Magdeburg)

Achtsamkeit für Schwerkranke

Schwere akute und chronische Krankheiten betreffen jeden von uns früher oder später, sowohl direkt als auch indirekt. Obwohl gewaltige Ressourcen für medizinische Behandlung, Forschung und Innovation aufgewendet werden, wird den enormen existentiellen Herausforderungen, mit denen Kranke konfrontiert sind, nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Achtsamkeitspraxis zielt insbesondere darauf ab, die Kultivierung neuer Einstellungen und Perspektiven zu erleichtern, um mit den Herausforderungen und Freuden umzugehen, die mit dem Leben verbunden sind. Achtsamkeitsprogramme gehören auch zu den am besten ausgewerteten evidenzbasierten Maßnahmen, um schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen zu helfen, besser mit ihrer Situation umzugehen. Ich werde den aktuellen Stand der Medizin in diesem Bereich skizzieren, eine Begründung für den Nutzen von Achtsamkeitsprogrammen liefern und einige exemplarische Ergebnisse erörtern.

Vorsitz: P. Grossman (Basel, Schweiz)

Freitag, 22.03.2019 – 13:30-16:30 Uhr

Posttraumatische Belastungsstörungen: quo vadis

Das Traumathema bleibt hoch relevant für die Öffentlichkeit und unsere Fachdisziplinen. Das neuen ICD-11 trägt neue Impulse in das Fachwissen hinein, u.a. durch die Anerkennung der „Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung“, die im Vergleich zur „klassischen“ PTBS eingehend dargestellt werden wird. Was ergeben sich daraus für Konsequenzen für die Interventionen? Ich werde hierbei therapeutische Verfahren und niederschwellige Ansätze, auch für bisher schlecht zu erreichende Zielgruppen, diskutieren.

Vorsitz: A. Maercker (Zürich, Schweiz)